Die Geschichte der Tätowierungen ist lang und hat bisher viele Veränderungen, was ihre Verbreitung, Form und Funktion angeht, erlebt. So lassen sich die ältesten Tattoos bis in das Jahr 3000 vor Christi Geburt nachweisen. Ötzi, die Mumie aus dem Ötztal, sowie zwei Mumien aus Oberägypten stellen die ältesten nachgewiesenen Funde dar. Den Tätowierungen der Gletschermumie sagt man medizinische Wirkungen nach, während die ägyptischen wohl vor allem modische und optische Gründe hatten. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Tätowierungen stets verändert und weiterentwickelt, sodass man geradezu von einer eigenen Kunst sprechen kann. In diesem kurzen Artikel gehen wir dieser Kunst näher auf den Grund.

Generell wurde lange Zeit bestritten, dass es sich bei Tätowierungen um Kunst handeln würde. Gerade in den vergangenen Jahren wurden sie als Zeichen einer wenig gebildeten Subkultur betrachtet, die sich mit der dauerhaften Bemalung ihres Körpers von der übrigen Gesellschaft abgrenzen wollte. Bedingt durch die immer weiter steigende Akzeptanz der Tätowierungen werden diese aber zunehmend weiter ausdifferenziert und damit stärker in den Bereich einer Kunst gebracht.

Um die Frage zu beantworten, ob es sich um Kunst handelt, ist dabei zu allererst eine Definition des Begriffes Kunst vonnöten. Generell kann man Kunst als Ergebnis einer gezielten menschlichen Tätigkeit bezeichnen, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Dies ist bei Tätowierungen grundsätzlich der Fall, dienen sie doch nicht einem spezifischen Zweck wie etwa der Produktion von Nahrung. Sie haben aber sehr wohl eine Funktion, wie etwa optisch schön zu wirken, Attribute des Trägers zu betonen oder ihn von anderen durch sichtbare äußere Markierung abzugrenzen. Diese Funktion ist aber weder festgelegt noch immer eindeutig bestimmbar. Es kann also darüber gestritten werden, ob Tattoos an sich Kunst sind oder nicht. Es kann aber genauso über jedes einzelne Tattoo gestritten werden, ob es Kunst ist. Dies ist immer eine Frage der Perspektive und Position.