Noch vor wenigen Jahren wäre eine Diskussion wie diese hier sicherlich unvorstellbar gewesen. So befasst sich dieser Artikel mit der Frage, ob Tätowierungen als Kunst bezeichnet werden können oder nicht. Während diese Frage vor wenigen Jahren von fast jedem Menschen noch mit einem klaren Nein beantwortet worden wäre, ist eine Antwort heute deutlich positiver als noch früher. In diesem kurzen aber ausführlichen Artikel gehen wir näher auf diese Frage ein und liefern Ihnen dabei alle wichtigen Informationen, die Sie zu diesem Thema benötigen.

Generell lässt sich sagen, dass die Frage, ob etwas als Kunst bezeichnet wird eine durch den Betrachter gesetzte Aussage darstellt, die ständig durch den Diskurs in der Gesellschaft neu verhandelt werden kann. Ein historisches Beispiel mag diese Annahme ein wenig erhellen. Während etwa unter den Nazis gewisse Formen der Kunst als entartet galten, so sind gerade diese Formen der Kunst heute allgemein in der westlichen Welt akzeptiert. Ein weiteres Beispiel bringt noch mehr Licht in das Dunkel. Nehmen wir Picasso und die abstrakte Malerei. Während das künstlerische Genie bei den Zeitgenossen zu Beginn mit seinen kaum zu erkennenden Werken, die alles andere als wirklichkeitsnahe romantische Darstellungen waren, immer wieder auf Widerstand stieß, war er nach wenigen Jahren einer der angesehensten Künstler Europas und der Welt und quasi jeder wollte einen Picasso sein Eigen nennen können.

Ganz ähnlich verhielt es sich in den letzten Jahren mit den Tätowierungen. Galten sie erst als Zeichen sozialer Außenseiter mit geringer Bildung, sind sie mittlerweile allerseits akzeptiert und anerkannt. Selbst Künstler, die eigentlich andere Werke schaffen, wenden sich nun Tätowierungen zu und nutzen sie für ihre eigene Kunst. Die Entwicklung steht dabei erst an ihrem Anfang und wird in den kommenden Jahren wohl noch weiter an Dynamik gewinnen. Tätowierungen sind also jetzt schon als Kunst einzuschätzen auch wenn sicherlich nicht jedes Tattoo es verdient als Kunstwerk bezeichnet zu werden.