Heute werden beim Tätowieren die Motive so stark wie nie zuvor von Kunstrichtungen aus aller Welt beeinflusst. Bei jungen Tätowierkünstlern findet man oftmals auch Einflüsse aus Grafik und Design.

Hier schauen wir uns einige Beispiele näher an:

Aquarelle

Diese Technik wird beim Ausfüllen der Farbflächen von traditionellen oder geometrischen Tattoos verwendet. Der Effekt wird erreicht, indem man die Farben in halb-transparenten Lagen aufträgt und auf definitive Abgrenzungen verzichtet, womit man auslaufende Farbflächen erzielt.

Carvings

Ausschließlich schwarze Tinte wird je nach gewünschtem Detail im Stil von Linolschnitt, Holzschnitt oder Kupferstich aufgetragen. Um verschiedene Schattierungsgrade zu erreichen, benutzt man Schraffuren mit verschiedener Liniendichte.

Grafik

Bei der Gestaltung der Motive stehen Linien und Flächen stark im Vordergrund. Oft sind die Abbildungen skizzenhaft, wirken unfertig und zeigen nur das Wesentliche. Dieses Unfertige und Angedeutete ist vom Tätowierer durchaus beabsichtigt. Man sieht auch oft Flächen ausgefüllt mit Rasterpunkten, verdoppelte Linien wie bei einem schlecht ausgeführten Druck oder auch Auflösung von Bildelementen in einfache geometrische Formen als Stilelemente in grafischen Tattoos.

Stammestätowierung

Imitationen von Stammestätowierungen im Stil der Maoris, Samoaner oder Polynesier sind sehr aktuell. Man trägt sie traditionsgemäss nur mit schwarzer Tinte auf. Es gibt hierfür keine Schablonen, und nachdem man sich auf den Symbolgehalt und die Grundmotive des Tattoos geeinigt hat, malt der Tätowierer mit freier Hand. Stammestätowierungen erzählen oft eine ganze Lebensgeschichte und waren ursprünglich ein Zeichen von Rang und Position im Stamm.

Fotorealistischer Stil

Bei diesem Stil, wie der Name schon sagt, sehen die Motive wie Fotos aus und sind sehr realistisch. Dabei kann es sich bei den lebensnahen Darstellungen durchaus um Fabelwesen oder andere fantastische Lebensformen handeln.

Japanische Tattoos

Die japanische Tätowierkunst, auch “Irezumi” genannt, reicht bis zu 10.000 Jahre zurück. Die Motive sind hoch-symbolisch und jedes Detail hat eine implizite Bedeutung. Häufige Motive sind Drachen, Tiger und Blumen. Wie bei Stammestätowierungen kann ein Tattoo durch die Kombination verschiedener Motive eine ganze Lebensgeschichte erzählen.