Tätowierungen erfreuen sich seit einigen Jahrzehnten in der modernen Welt einer sehr großen Beliebtheit. Dies war jedoch nicht immer der Fall. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Tätowierungen vor allem von sozialen Randgruppen getragen. Sie galten vor allem als Zeichen Krimineller, Rocker oder Seemänner. Erst im Laufe der Jahre diffundierten Tattoos auch in andere Schichten der Gesellschaft hinein. Heutzutage sind sie dabei sogar bei formal extrem hoch gebildeten Personen anzutreffen, die über einen Doktorgrad verfügen. Wie es zu dieser Entwicklung kam zeigen wir Ihnen in diesem kurzen Artikel über die Geschichte der Tattoos in der Moderne.

In Europa wurden Tattoos vor allem durch die Eroberungen der europäischen Staaten ab dem 17. Jahrhundert bekannt und verbreitet. So brachten viele Seefahrer ihre Eindrücke aus Ländern wie Australien, Neuseeland und Amerika zurück nach Europa. In diesen Ländern waren Tätowierungen als Ausdruck der Stammeskultur sehr verbreitet und beliebt. Die Reisenden sahen diese Tattoos und übernahmen sie zum Teil für sich. Die Tätowierungen blieben aber nach wie vor Randerscheinungen.

Erst im 20. Jahrhundert machten sich kriminelle Banden und Organisationen die farblich dauerhaften Markierungen auf der Haut zunutze und verwendeten sie als Zeichen der Erkennung ihrer Mitglieder. Daneben wurden Tattoos von Häftlingen und ehemaligen Häftlingen als Zeichen der Ehre verwendet. Eine Träne etwa symbolisierte, dass der Träger einen Menschen erfolgreich umgebracht hatte.

Bis in die 80er Jahre hinein blieben Tattoos auf diesen Bereich der Gesellschaft weitestgehend beschränkt. Nur langsam und zaghaft entdeckten auch nicht kriminelle Schichten der Gesellschaft, die über eine höhere Bildung verfügten die Tattoos für sich. Für sie waren sie Ausdruck einer individuellen Persönlichkeit und Kreativität. Sie dienten nicht als Zeichen der Erkennung, sondern vielmehr als modisches Accessoire, das den Träger schmücken sollte. Diese Funktion der Tätowierungen ist dabei mittlerweile zur hauptsächlichen Eigenschaft geworden. Heute gibt es vor allem modische Tätowierungen oder solche mit einer Erinnerungsfunktion an nahe Verwandte und Freunde.