In der heutigen modernen Gesellschaft sind Tätowierungen überall anzutreffen und allgemein gesellschaftlich akzeptiert. Dies war nicht immer so – galten Tätowierungen doch eine lange Zeit als Zeichen gesellschaftlicher Außenseiterschaft und oftmals auch Diskriminierung. Dabei gehen Tätowierungen auf eine lange Tradition zurück. In diesem kurzen aber ausführlichen Artikel gehen wir näher auf diese Tradition ein und erklären, woher die Ursprünge der Tätowierungen kommen und wie sie sich rund um den Globus verbreiten konnten.

Über die Herkunft und Verbreitung von Tätowierungen kursieren in der Wissenschaft und in der populären Tradition verschiedene Annahmen und Szenarien. Eine These besagt, dass Tätowierungen ursprünglich aus dem Südwesten Asiens stammten und sich dann über Ägypten nach Polynesien und Australien ausgebreitet hätten. Gegen diese These spricht jedoch die Tatsache, dass sich bei Skythen, einem Reiterhof aus der Eisenzeit, Tätowierungen archäologisch nachweisen ließen. Dieses Reitervolk hielt sich in nachgewiesener Weise vor allem in den russischen Stellen und im Gebiet des Kaukasus auf. Tätowierungen waren also auch hier weit verbreitet. Fraglich ist aber, ob die Entwicklung sich parallel vollzog oder irgendwie miteinander zusammenhängt. Sicher ist auf jeden Fall, dass es rasch auf quasi allen Kontinenten der Welt den Brauch gab, sich die Haut dauerhaft zu färben und mit diversen Motiven zu versehen.

Besonders große Popularität gewannen Tätowierungen dabei vor allem in verschiedenen Kulturen, die auf stammesartigen Organisationsmustern basierten. So sind Tätowierungen bei den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, sowie den Indianern – den Ureinwohnern Amerikas – bis heute weit verbreitet. Die Stämme verwendeten die Tätowierungen dabei vor allem als Zeichen der Zugehörigkeit und sie dienten zur Erkennung von Freund und Feind. Sie hatten also vor allem eine soziale Funktion. Darüber hinaus dienten sie aber auch dazu, Mitglieder der Gruppe zu ehren und hervorzuheben, etwa für bestimmte erbrachte Taten. Die Tätowierungen drückten damit auch gezielt wichtige Attribute des Trägers aus.